Trail-Maniak Zugspitz guerilla run

Ja sag einmal, schon wieder ein Lauf absolviert. Und was für einer.

Isartor München – Zugspitze – am Stück

“Wie? Ohne schlafen?”

“Ja! Ohne schlafen!” (grins)

„Und wann esst ihr““

„Bei den Raststationen, oder während des Laufens“

„Beim Laufen? Das könnt ich ja nicht“

„Grins“

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was man alles so braucht

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das Guerilla Team 2015

Die Fakten. 18 Läufer sollten es sein, nach allen möglichen Absagen waren es 13; 2 davon klinkten sich “erst” in Garmisch ein um “nur” auf die Zugspitze mit zu laufen. Von den 11 verbliebenen hörten 3 nach 36 km in Wolfratshausen auf; Durchfall, fehlende Tagesform ……. für die Jungs tat es mir leid. Von den dann 8 verbliebenen ließen sich 2 Läufer teilweise shuttlen. Zu groß war die Belastung.

Es waren also sechs Läufer welche die Strecke komplett absolvierten. Die Strecke, ach ja …

115 km und über 3.100 Hm nonstop

Geiles Ding. Start war abends um 20 Uhr am Isartor, Finish sollte oben auf der Zugspitze sein. Soviel vorweg. Das Ziel hat nur einer erreicht. Aber dazu gleich mehr.

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VP 2 in Wolfratshausen

Von unseren guten Freunden Mario und Michael per Auto begleitet liefen wir quasi immer an der Isar entlang bis nach Garmisch, dann über die Partnachklamm und das Reintal auf die Zugspitze. Die beiden Jungs hielten mit dem Verpflegungsauto circa alle 10 km und versorgten die Meute mit Essen und Getränken. In dem Auto war auch unsere Tasche, somit konnten wir uns auch selber essen einpacken und unsere „Special Verpflegung“ zu uns nehmen.

Es lief super. Der Tag war mega heiß, in manchen Teilen Deutschlands wurden 40 Grad und mehr gemessen. Auch in München waren es 36 Grad Celsius. Um 03:30 Uhr nachts hatten wir immer noch erfrischende 23. Meine „suunto peak“ zeigte am Ende einen Verbrauch von über 12.000 kcal an, das Wetter tat da sicher seinen Teil bei. Unglaublich überraschend war für mich wie gut die Truppe sich verstand; natürlich 20150807_205950versteht man sich mit dem ein oder anderen besser, das aber alle so auf einer Wellenlänge liegen, ist schon überraschend gewesen. Was das heißt, auf einer Wellenlänge. Ach so, ihr denkt ich mein die Gespräche. Na ja, die meine ich auch. Aber vielmehr mein ich das Lauftempo, die Selbstverständnis auf langsamere Mitstreiter zu warten. Ist der Lauf doch am allermeisten eine Begegnung von Freunden die alle das gleiche, vielleicht etwas kranke Ziel haben.

Also, die ersten Kilometer sind mir mehr als bekannt weswegen ich das ein oder andere Mal ab von den Gps-Daten mit der Truppe durch den Wald gefetzt bin. Jaaaaaa, das Anfangstempo war sehr hoch.

Bei so einem Rennen hat jeder sein Tief, ok, jeder bis auf den Gerald, aber sonst wirklich jeder. Keiner darf mir böse sein … aber nebst dem Gerald ist mir insbesondere Steven (http://www.thesmoothierunner.com/) in Erinnerung geblieben. Was für tolle Menschen. Gerald, der es die ganze Nacht geschafft hat zu reden, jeden mal motiviert hat, Geschichte um Geschichte ausgepackt hat, selber immer gut drauf war und mega Bock hatte das Ding so sportlich wie möglich zu genießen. Und Steven, der Mann mit der hübschesten Fotografin südlich von Stockholm, der gefühlt für jede Art von Sport lebt. Wenn man selber am VP (Verpflegungspunkt) fast eingeschlafen wäre fängt der Kerl an sich zu dehnen, Yoga-Übungen auszupacken und die Nacht zum Tag zu machen. Steven, egal wo du das nächste halbe Jahr bist, wir müssen als Team nochmal einen Lauf absolvieren.

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Das, was viele von euch ja am meisten interessiert, nämlich was man bei so einem Lauf zu sich nimmt, werde ich in einem extra Artikel mal erklären, nicht lang, eher als Empfehlung. Weil, was man so braucht um einen Lauf derartiger Länge zu absolvieren, ist bei jedem anders. Salze, Zucker, Wasser, Kohlenhydrate, Mineralien. Ja gut, aber irgendwann kannst du das alles nicht mehr sehen. Dein Geheim-Produkt muss her, um noch irgendetwas runter zu bekommen. Bei mir ist das eine ordinäre Bifi (oder eine vergleichbare Chemie-Salami vom Discounter deines Vertrauens), Haribo (oder eine vergleichbare …), Schokolade – je dunkler desto besser, und Trockenfleisch. Aber schaut einfach in den nächsten Tagen nochmal auf den Blog, dann stell ich mal ne Liste online. Und natürlich Wasser. Wasser ohne Geschmack, Wasser mit Saft gemischt, Wasser mit Koffeinhaltigen, meist braunen Zusatzstoffen, Wasser mit Brausetabletten (meist von „frubiase“, aber auch dazu mehr beim nächsten Artikel)

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Blick auf die Zugspitze

Fast bis Garmisch waren wir alle zusammen, erst kurz davor, also bei Kilometer 80 trennten wir sechs uns in zwei Gruppen. Vorne Thomas und Gerald die zu dem Zeitpunkt wesentlich fitter waren, und die vier Restläufer, die sogar einen Teil gehen mussten. Um 08.00 Uhr waren wir in Garmisch, um neun nahmen wir getrennt voneinander die Zugspitze in Angriff. Jeder war nun auf sich gestellt, konnte sich sein Tempo selber einteilen, Nebst unserem Helfer Michael von trail-Maniak war Steven bis oben immer bei mir, der Rest hatte sich nach vorne abgesetzt. Zu sehr zollte ich den Kilometern die noch vor mir lagen Respekt, die Pausen wurden häufiger. Erst als es richtig hoch ging habe ich wieder gespürt wie gut mein Wintertraining war, ich doch noch fit war die Höhenmeter in Angriff zu nehmen. Und dann das, kurz vor der Sonnenalpin, sozusagen der Bahnstation unterhalb der eigentlichen Zugspitze, zog der Himmel sich innerhalb von Minuten zu und es begann ungemütlich zu winden. Das ganze endete in einem halbstündigen Dauerregen der mich bis auf die Knochen frieren ließ.

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Ich war noch nie auf der Zugspitze, wusste, dass mich vom Kreuz nur noch 200 Hm trennten, also circa zwanzig Minuten. Allerdings gespickt mit einem nun feuchten Kamm welchen es zu begehen gilt und dann noch diese letzten 100 Meter, ein Kieselweg bei dem man gefühlt mehr runter als hoch kommt. Der Regen setzte ein und ich fing an nachzudenken.FB_IMG_1439650599404

Regensachen anziehen? Dann läufst du auch hoch. Hast dann aber keine trockenen Sachen mehr. Wie lang braucht die Bahn runter? 45 Minuten. Wirst du wieder trocken? Was, wenn das Wetter noch schlechter wird. Was, wenn die Bahnen erstmal voll sind und du noch ewig warten musst. Und, und, und.

Ich entschied mich in den sehr kurzen, pitschnassen Klamotten bis zur Sonnenalpin zu laufen und den Lauf dort zu beenden. Genug hatte ich erlebt, genug Meter gemacht. Und eine gute Entscheidung war das. Mehr als zufrieden, ja mit Tränchen in den Augen kam ich an, schmiss die Stöcke davon und ließ einen lauten Schrei los. Bäm sag ich nur. Der Rest der Truppe saß schon im Restaurant, alle fest des Entschlusses die letzten Meter nicht mehr zu gehen. Es war uns einfach nicht geheuer. Allen außer unserm Gallier Gerald. Fast beleidigt der einzige zu sein rannte er noch zum Kreuz, welches er 40 Minuten später erreichte. Respekt.

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Steven, my love

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Die Finisher 2015 – Gerald gerade auf dem Weg zum Kreuz 😉

Nach einem Gewinnerbier (ja, wir haben den Lauf als gefinished gewertet), nahmen wir gemeinsam den Weg zu den Autos in Angriff. 50 Minuten Zahnradbahn, mit mehr oder weniger trockenen Klamotten. Jeder von uns nickte mal ein, ein lustiges Schauspiel für alle anderen Zugspitzbesucher, diese sechs leicht bekleideten Männer, total müde und geschafft. Aber alle voll des Respekts ob der erbrachten Leistung. Jungs, super war es. Nächstes Jahr wieder. Und dann bis zum Kreuz.

Jetzt heißt es für mich erstmal Tapering für den Trans-Alpin-Run 2015, dann wieder mit Christian.

Euer JB

2 Kommentare

  1. Felix Rothe says:

    Hi Jonas,

    coole Aktion mit dem Zugspitzlauf!
    Organisiert ihr euch öfters in Laufgruppen?

    Ich habe vor etwa drei Jahren die Leidenschaft am Laufen entdeckt und versuche mich jetzt nach einigen Marathonläufen und dem Rennsteig Supermarathon auch im Berglauf seit einem Jahr.

    Leider fehlen mir in der Münchner Gegend Laufpartner, weshalb ich mich gerne mit in einer Gruppe engagieren würde.

    Wenn ihr noch platz für einen Läufer habt würde ich mich sehr freuen.

    Viele Grüße
    Felix Rothe

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