Transalpine Run – Etappe 4 / Ernährung

Liebe Freunde des verrückten Laufens

Was eine Hammeretappe gestern. 45 Kilometer, an die 3000 Höhenmeter allein im Aufstieg. Um sieben war Start, die ersten Teams waren nach circa 5 Stunden im Ziel. Absolut der Wahnsinn.

Wir haben uns Zeit gelassen 😉 wurden wir doch beim Briefing am Vorabend schon drauf hingewiesen das dies der letzte wirklich schöne Tag sei. Wetterumschwung droht uns. Der Lauf begann mit dem längsten Anstieg am Stück. Hieß in Zahlen: Nach dem Start 3 Kilometer laufen, dann ging´s 1600 Höhenmeter hoch. Oben waren wir nach 02:34:00 Stunden, etwas langsamer als gehofft, schneller war für uns aber definitiv nicht möglich. Und es lagen ja immer noch über 35 Kilometer vor uns. Wir hatten ordentlichen Wind, das Wetter war also definitiv kein Problem an dem Tag. Manchmal hat man sich eher schon was über die Ohren und Arme gezogen damit man nicht zu sehr auskühlt (Buff, Armlinge).Irgendwann hat uns Matthias eingeholt, sein Teampartner hat sich verletzt, Verdacht auf Sehnenanriss. Und wobei? Jeder denkt natürlich beim Lauf über die Alpen, zig Kilometer im Downhill und im Uphill, nein, er ist mit Flip-Flops zur Pasta Party und umgeknickt. So kann´s gehen. Dir gute Besserung auf diesem Weg.

Mit Matthias an unserer Seite hatten wir auf jeden Fall jemanden für die gute Laune. Matthias ist ein alter Hase im Mehretappen und Ultra-Running Geschäft, kennt jeden und ist immer für einen Spaß zu haben. Unglaublich wie viel positive Energie man ausstrahlen kann, beneidenswert. So liefen die Kilometer dahin, die Beine wurden dicker aber ans stehen bleiben war nicht zu denken. Wir hatten alle drei irgendwie Bock das Ding sauber nach Ende zu bringen. Vier Kilometer vor Zieleinlauf wartete dann noch die Freundin von Matthias mitsamt Familienhund auf uns. Was für eine schöne Geste. Für euch zur Info. Diese Etappe ist gleichzeitig auch die letzte Etappe der 4Trails welche die beiden auch schon zusammen gelaufen sind. Die wussten also genau wie viel noch so kleine Anstiege auf uns warteten. Umso genialer das wir fortan zusammen blieben und das Ding nach Hause brachten. Im Ziel dann eine dicke Umarmung und ran ans alkoholfreie Weißbier. Sozusagen der Magnet der einen ins Ziel zieht. Mit der kühlen Erfrischung in den eiskalten Fluss, Regeneration für die Beine.

Uns war da schon bewusst, dass es heute nicht spät wird für uns. Zu groß die Erschöpfung, dazu der nahende Regen, insgesamt war man geräderter als an den Tagen zuvor. So langsam trennt sich die Spreu vom Weizen.

Und wieder über 4000 kcal verbrannt. Schon krass das man trotzdem jeden Tag wieder loslaufen kann als wär nichts gewesen. Aber was ist man eigentlich an so einem Tag?

Morgens geht es mit einem ordinären Frühstück los; manche haben ihr Zaubermüsli von daheim eingepackt, manche schwören schon morgens auf Energieriegel. Ansonsten greift man auf das zurück was das Buffet hergibt. Irgendwas von Weißbrot mit Marmelade bis hin zu Weißbrot mit Honig. Ab und zu gibt’s Müsli mit Quark, manchmal sogar Fruchtquark. Heute gab es Früchte, das ist aber die Ausnahme. Kaffee gibt es zwar immer, ich bekomm diese Instantbrühe nicht runter und Tee trink ich einfach nicht gern. Manch einer hat damit echt ein Problem, vermisst die heimische Tasse warmen Kaffee.

Abends gibt es in der Regel Pasta, Pasta weiße Soße, Pasta rote Soße. Und wenn es keine Pasta gibt dann Reis mit Geschnetzeltem. Und Kuchen zum Nachtisch. Die Getränke muss man immer selbst bezahlen, das nimmt man mit jedem Tag aber lieber in Kauf, zu groß der Durst nach etwas anderem als Wasser oder Isogetränk.

Und auf der Strecke. Ja, da gibt es immer so zwei bis drei Verpflegungsstellen. Bis auf heute beim Sprint natürlich. Kurze Anekdote zu heute. Gestern beim Briefing hat Christoph, der Streckenchef so angefangen: „Liebe Läufer, jetzt das Briefing für die Sprintetappe oder wie normale Menschen sagen würden, unsere Tageswanderung“. Lautes Gelächter im ganzen Saal. Alle Bekloppt sag ich nur. Aber zurück zu den Verpflegungen. Angefangen mit Wasser und Iso, bei den letzten VP´s dann auch Cola und Brühe oder dünne Suppe, Erdnüsse, Salami, Käse, Brot, Orangen, Ananas, Banane, Birne, Apfel, Energieriegel. Da ist eigentlich immer für jeden was dabei. Und die Helferinnen und Helfer schnibbeln alles in Portionen für uns, helfen uns beim auffüllen der Getränke. Super toll. Auf diesem Weg auch an euch ein fettes Danke. In jedem Rucksack müssen 1,5 Liter Wasser dabei sein und 500 kcal an Nahrung, meist bestehend aus Riegel und Gel. Ganz allgemein ist das auch das worauf die meisten LäuferInnen schwören. Energieriegel während und vor dem Lauf, die brauchen ja so eine Stunde bis sie im Körper angekommen sind, und zwischendurch immer mal wieder ein Gel. Ne ganz schöne Pampe die man sich da reinschiebt. Aber ist ja alles für einen guten Zweck J

Jeder hier freut sich wohl auf sein Lieblingsessen sobald er wieder daheim ist und der Magen eine normale Nahrungsaufnahme zulässt. Weil das kommt ja noch dazu. Nicht nur das man sich jeden Tag diese Chemie reinschiebt, noch dazu hat man immer seltener wirklich Appetit. Viele können noch Stunden nach dem auf nichts wirklich zu sich nehmen, wissen aber das es rein muss um am nächsten Tag wieder die nötige Energie zu haben. Das sind also die kleinen oder großen Alltagsprobleme neben Krämpfen, Muskelkater und Rückenschmerzen von der Isomatte auf hartem Hallenboden. Aber was tut man nicht alles für einen gelungenen Urlaub.

Movie of the day

In diesem Sinne

Bis später

CR und JB

Keine Kommentare
Teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.