Transalpine Run – Etappe 6 – Samnaun nach Scoul

Liebe Freunde der laufbar

Als erstes ….. es gibt keine Fotos der heutigen Etappe, ihr werdet gleich verstehen warum. Aber ein paar Eindrücke bekommt ihr am Ende.

Gestern hatten wir unsern Sprinttag, bedeutet von 10 Uhr an starteten die Teams der Gesamtwertung nach in umgekehrter Reihenfolge im 20 Sekunden Takt auf die Strecke. Häh, was jetzt. Also, das letzte Team der Gesamtwertung als erstes, im Abstand von 20 Sekunden, die besten zum Schluss. Danach war oben auf der Skistation die Pasta Party, danach hatten wir den restlichen Tag zur freien Verfügung. Direkt neben dem Camp war ein Hallenbad mit Sauna, bedeutet im Klartext ¾ der Teilnehmer sind direkt ins Bad, sei es um im Whirlpool zu entspannen oder um die geschundenen Muskeln in der Sauna wieder auf Vordermann zu bringen. Danach ein bisschen quatschen, schlafen, spazieren gehen (so lang es das Wetter zu ließ), abends sind wir in einer Gruppe aus sechs zum Pizza essen in den Ort.

Der Abend war nett, gute Unterhaltungen, mit ein paar Umwegen auch wieder ins Camp. Da fing mein Magen an zu spinnen. Die Nacht eigentlich gut geschlafen, wie immer einmal gegen drei zum pinkeln, sonst aber, wenn auch mit wilden Träumen, gut genächtigt. Am Morgen dann leider Probleme mit dem Magen, auch das Frühstück war mehr schlecht als recht runtergebracht. Und es wurde mit jeder Minute schlimmer. Kopfschmerzen, Magenprobleme, Seitenstechen, Kraftlos. Ich fühlte mich miserabel. Direkt vorm Start nochmal aufs Dixxi, leider keine Besserung. Also haben Christian und ich entschieden die Sache ruhig angehen zu lassen und zu gucken wie sich das Wohlbefinden entwickelt. Unser neuer Mitläufer Matthias hat uns auch von seinen nächtlichen Klobesuchen erzählt. Er musste, nach dem netten Abendessen, die ganze Nacht den Burger in Einzelteilen wieder ausbrechen. Der Ärmste. Gute Besserung auf diesem Wege. So oder so, wir sollten ihn stehen lassen wenn er nicht hinterher käme, so miserabel fühlte er sich. Bis zur VP 1 behielt er sich sogar vor umzukehren. Seine Freundin wartete solang im Startort.

Also auf, es ging 37 Kilometer lang, in 4 Höhenmeter Etappen geteilt. 750 Meter, 250, 300, 750 Höhenmeter hinauf, am Ende ein 1200 Höhenmeter langer Downhill.

Bevor ihr vor Spannung auf dem Couch hin und her rutscht, wir haben gefinished, leider alles andere als gut. In etwa 06:15:00 Stunden gebraucht, somit über eine Stunde länger als geplant.

Danke Christian für die gute Laune, für dein Verständnis, für all die Stunden die du warten musstest. Bis Kilometer 15 hatte ich nicht das Gefühl überhaupt anzukommen, es ging mir miserabel. Nichts wollte im Magen bleiben, insgesamt hab ich mich 9 Mal übergeben müssen, egal was ich gegessen habe, nach wenigen Metern musste ich brechen. Am Anfang war das Gefühl so furchtbar das ich gar nichts gegessen habe, die Ermahnenden Worte von Röösi ließen mich bei VP 2 dann doch mal zu Suppe, Cola und Obst greifen. Und siehe da. Nach wenigen Metern hat man sich wieder gesehen. Immer Portionsweise, so, dass ich länger was von den Krämpfen und diesem furchtbaren Gefühl habe das ich gleich links umkippe. Ich konnte nicht schnell laufen, die Uphills waren ein einziger Kampf. NEIN, ich übertreibe nicht. Danke an Steffen, Stulle, Detlef Zorn, Ilias, Marc, Toni für den Aufbau meines inneren Schweinehundes. Den hab ich heute mal so richtig kurz an die Leine genommen. Zu eurer Erklärung, die genannten sind meine alten Football Trainer aus Düsseldorf; und im Football geht nichts ohne Schweinehund. Bei mir war´s heute eher n Schweinebär, riesig mit langem Atem. Ist schon erstaunlich wie viel der Körper noch zu leisten in der Lage ist, obwohl er vor 16 Stunden das letztemal Nahrung gesehen hat. Und mit jedem Mal übergeben verliert der Körper ja auch wichtige Salze, Mineralien, Kohlenhydrate. Ich hatte echt Schiss beim Uphill einfach umzukippen.

Immer irgendeiner Wade hinterher, nach Möglichkeit lange dranbleiben, keine Meter verlieren. Das für mehr als vier Stunden. Am letzten Peak angekommen war einem klar, irgendwie bringst du das heute nach Hause. Noch etwas mehr als 10 Kilometer den Berg hinunter, in den Ort Scoul rein, über die Brücke und da bist du. Leider konnten wir wegen mir das gewohnte Downhill Tempo nicht laufen, immer wieder musste ich bremsen, die Beine wollten einfach nicht schneller. So eine Scheiße denkst du dir. Das was eigentlich am meisten Spaß macht geht dir verloren, die Leute knallen an dir vorbei. Nun ja, muss man auch mal erleben. Die Strecke war eigentlich ein Traum, sehr viele Singletrail Passagen die man gut hätte schnell laufen können, auch der Downhill war nicht zu steil. Da haben wir viel Zeit gelassen. Na ja, es ist wie es ist.

Hier noch ein Eindruck vom Zieleinlauf in Scoul, daran hab ich trotz des Zustands noch gedacht. Wollen euch ja mal zeigen wie das so ist wenn man über sechs Stunden unterwegs war

Jetzt hoffen wir darauf, dass es mir bis morgen besser geht, ich dieses blöde Gefühl im Magen loswerde. Heute Abend ist wieder Pasta Party auf dem Berg, heißt es gibt einen Shuttle zur Bergbahn, damit geht´s Aufi, oben Siegerehrung von heute, Fotos von gestern und heute, das Briefing für morgen und dann ab ins Bett. Das Bett, ach ja.

Also eigentlich ist für heute eine Bunkernacht angesetzt, hier in Scuol gibt es einen Luftschutzbunker in dem alle untergebracht sind. Das wäre soweit gar kein Problem, wir brauchen ja nicht viel Luxus, aber die Lüftung ist so extrem laut. Das könnt ihr euch nicht vorstellen. Kurzerhand sind Röösi, ein paar andere und ich in die Trucks gezogen die oben stehen. Ganz nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt , malt zuerst“. Wir haben ja den Vorsatz, das nur ein Transalpine Run im Camp ein wahrer TAR ist, hier haben wir uns darauf geeinigt das eine Nacht im Truck mit wildfremden mindestens gleichwertig ist. Bilder gibt´s dazu natürlich auch.

Das Video des Tages, mit der Suunto Movescount App gemacht findet ihr hier

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Liebe Leute, drückt uns die Daumen das es morgen besser läuft.

CR und JB

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