Der Saucony Kinvara7 im ausführlichen Test

Der Saucony Kinvara7 im ausführlichen Test

 Ja da ist er, der Karton mit dem Kinvara !

Sehr schön von Saucony, dass auf dem Boden des Kartons Tempotabellen aufgedruckt wurden. Eine Übersicht über den Minutenschnitt pro Kilometer den man laufen muss, um in einer bestimmten Marathonzeit ins Ziel zu kommen. Daneben noch eigene Felder um seine persönlichen Daten einzutragen. Schönes Gimmick!

Der erste Eindruck

So aber jetzt zum eigentlichen Inhalt, dem Schuh. Die schöne, fetzige Farbe springt mir ins Auge, knalliges, aggressives Grün, das im vorderen Teil in Schwarz übergeht. Als der Schuh dann in meiner Hand liegt kann ich es kaum fassen, unglaublich leicht ist er und das bei meiner Größe US 14/ EUR 49.

Schöne Verarbeitung, sehr wertig. Sieht auch sehr luftig aus, ab dem Mittelfuß nach vorne schönes dünnes Meshmaterial im Vorfußbereich eine Art Netz als zweite Schicht für die Flexibilität. Rund um die Zehen ein schmaler Verstärkungsstreifen, das Saucony Logo zieht sich schön von der Mitte des Schuhs nach Vorne.

Die Zunge ist innen sehr schön zu einer Art Socke verarbeitet worden, kann also nicht verrutschen und wird sicherlich zu einem „fühlt sich an wie in einer Socke“ Tragegefühl beitragen, aber schauen wir mal.

Prima, also der erste Eindruck überzeugt mich.

Los gehts – wie läuft er sich denn?

Da er nun mit soviel Vorschusslorbeeren gestartet ist, muss er sich gleich mal einem 15 km Tempodauerlauf im 04:50er Schnitt stellen. Das hat er sich mit seinem Aussehen aus meiner Sicht verdient oder sich aus seiner Sicht eingebrockt 🙂

So also dann mal rein in den Schuh und was ich aufgrund der Verarbeitung innen vermutet hatte, trat sofort ein, das „sitzt wie eine Socke“ Gefühl. Eigentlich brauch ich den gar nicht mehr schnüren, haha. Die Passform ist somit im Mittelfußbereich als eher schmal zu bezeichnen,dafür hat der Vorfuß jede Menge Platz. Die Zehenbox ist sehr ausladend, da können sich die Zehen ausbreiten, ob das etwas zuviel ist wird sich beim Laufen zeigen.

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Ich steh gut im Schuh, kompakt sitzt der Kinvara an meinem Fuß, ist ein gutes Gefühl, dann mal los. Nach den ersten Laufschritten fällt mir sofort die tolle Abrollbewegung über die Ferse auf. Ich bin starker Fersenläufer und viele Schuhe klatschen, rumpeln oder kommen etwas unrund auf den Boden beim ersten Kontakt der Schuhaußenseite mit dem Boden. Hier spüre ich den Aufsatz kaum, obwohl ich wie immer stark über die Fersenaussenfläche nach innen abrolle. Tolles Gefühl ! Nach 2km Einlaufen ist es soweit, ich ziehe das Tempo auf 4:40-4:50min hoch. Toll wie die Ferse und der Mittelfußberiech kompakt im Schuh liegen. Die Zehenbox vorne lässt viel Spielraum ohne schwammig zu wirken. Schön rund läuft die Abrollbewegung, wie ein Uhrwerk arbeiten die Systeme zusammen, der Schuh kann richtig gut mit Tempo umgehen. Erinnerung an meine Lieblinge, die ersten Asics DS Trainer kommen hoch.

Der Tempolauf hat sehr viel Spaß gemacht und da hat der Kinvara einen sehr großen Anteil dran. 20 km, 15 davon sogar im 4:40er Schnitt , der Kinvara hat den ersten Test bestanden.  Es ging schneller als ich dachte, problemlos hat der Schuh mich vorangetrieben. Im ausladenden Vorfußbereich habe sich meine Zehen wohlgefühlt trotz anfänglicher Bedenken. Personen mit sehr schmalem Vorfuß sollten vorher testen, hier könnte es etwas zuviel des Guten sein.

Fazit

IMG_2076Ja was soll ich noch sagen? Bravo Saucony ! Das ist ein Schuh, der Freude macht, kompakt am Fuß sitzt , eine tolle Abroll-und Vorwärtsbewegung hat und sehr gut gedämpftist. Es kommen bei meiner Körpergröße von 195cm immerhin noch 85 kg zusammen und da hatte schon der ein oder andere Schuh nach einer Weile zu kämpfen. Nicht so der Kinvara, der mir immer ein sicheres Gefühl gab.

Schauen wir mal wie er sich jenseits von 25 km macht. Sollte er den ersten Eindruck bestätigen steigt er in die Liga meiner Marathonwettkampfschuhe auf. Das wäre wieder mal seit langem ein Schuh der von 10 km bis Marathon alles kann.

Er wird sich also weiteren Tests unterziehen müssen. Ich schau ihn an und als ob er meine Gedanken hat lesen können, lächelt er mich entspannt an 😉

 

Nachtrag 

Wer immer Laufschuhe mit relativ hoher Sprengung hat, sollte beim Kinvara mit 4mm aufpassen und die Sehnen und Bänder langsam an den Unterschied gewöhnen.

Ich laufe gerne in Schuhen mit hoher Sprengung zwischen 8 und 12 mm und meine Achillessehnen haben sich jetzt etwas bemerkbar gemacht, nachdem ich an 2 aufeinander folgenden Tagen je 20km mit niedriger Sprengung gelaufen bin.

Somit wird es wohl erstmal nichts mit Kinvara und Marathonschuh da der nächste Marathon schon am 17.04. in Hamburg stattfindet und ich meinen Körper langsam daran gewöhnen muss.

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