Im Windschatten von Sabrina Mockenhaupt – Marina Rappold wird Deutsche Vizemeisterin

Marina Rappold aus dem laufbar Experience Team kehrt mit Silbermedaille aus Bautzen zurück

Die Vizemeisterin im Bild mit Sabrina Mockenhaupt

Die U23 Vizemeisterin im Bild mit Sabrina Mockenhaupt

Kein Alltägliches Bild für Marina Rappold – nach dem Rennen in Bautzen freut sie sich gemeinsam mit der Laufikone und 44-fachen Deutschen Meisterin Sabrina Mockenhaupt über ihren 2. Platz bei der U23 Meisterschaft über 10.000 Meter.

In ihrem ersten Bahnwettkampf in der diesjährigen Saison sicherte sich Marina in 36:07 min die Silbermedaille bei den Deutschen Langstreckenmeisterschaften im sächsischen Bautzen.

Leichtathletin zu sein bedeutet nicht nur gut zu Fuß zu sein, sondern auch lange Reisestrecken in Kauf zu nehmen um sich mit der entsprechenden Konkurrenz messen zu können:

500 km hin, 10 km laufen und 500 km zurück. Ein straffes Programm für einen Tag, aber durchaus machbar und in diesem Falle auch erfolgreich. Als U23 Athletin gemeinsam in einem Rennen mit den Frauen, u.a. Olympiateilnehmerinnen Sabrina Mockenhaupt und Corinna Harrer zu laufen, sorgte noch für zusätzlichen Nervenkitzel. 

sponsoring laufbar und marina rappold

laufbar als Sponsor von Marina Rappold

Nach überstandener Verletzungspause war der Auftritt in Bautzen Marinas erster Wettkampf seit langer Zeit. Daher können alle Beteiligte und Sponsoren zufrieden in die Zukunft blicken. Das macht Mut.

Wir haben mit Marina nach dem Lauf in Bautzen über ihren aktuellen Leistungsstand und zu ihren Zukunftsplänen gesprochen:

Sind die 10.000m aktuell deine Lieblingsstrecke?

Marina: 10 km sind mir eigentlich eine sehr sympathische Strecke. Meine

Marina Rappold - Vizemeisterin über 10000m der U23

Marina Rappold – Vizemeisterin über 10000m der U23

Lieblingslaufrunde beträgt etwa 10,7 km und führt mich über kleine Straßen, Felder und ein paar vereinzelte Waldwege. Die Strecke ist ziemlich abwechslungsreich, mal einen kleinen Hügel hoch, mal Wiese unter den Laufschuhen. Ich kenne meine Lieblingsrunde sowohl bei Sonnenschein, als auch im Winter mit Regen oder Schnee und wenn man in angenehmem Tempo (mit Laufpartner) dahinjoggt, vergehen mir die 10km (fast) immer wie im Flug.

Nach der langen Verletzungspause im Herbst dennoch sehr gewagt, gleich über diese Strecke an den Start zu gehen…

Marina: Als mein Trainer mir den Vorschlag unterbreitete, auf den Deutschen Meisterschaften in Bautzen über 10.000m an den Start zu gehen, war ich deshalb zuerst etwas skeptisch. 10.000m ergeben nämlich sage und schreibe 25 Runden auf der Bahn. 25 Mal im Kreis zu laufen fand ich zuerst keine besonders spannende Vorstellung. Eher eine ziemlich langweilige und wie man sich mental auf 25 Runden einstellt, war mir ebenfalls schleierhaft.

Die Bahn ist normalerweise dann nicht so dein Terrain?

Marina: Da mich aber jede kleine Herausforderung, vor die mich mein Läuferleben stellt, auch neugierig macht und ich schnell für Neues zu begeistern bin, stimmte ich einer Reise nach Bautzen zu den deutschen Meisterschaften zu.

Wie waren deine Eindrücke dann beim Rennen?

Marina: So stand ich am 13. Mai um 19.20 Uhr im sächsischen Bautzen motiviert an der Startlinie. Unter anderem mit Sabrina Mockenhaupt, mittlerweile 44-fachen Deutschen Meisterin und Alina Reh. Als ich zwei Runden geschafft hatte und die Anzeigetafel noch 23 Runden anzeigte, war ich nicht mehr ganz so euphorisch wie zu Beginn. Nach 10 Runden zeigte die Tafel noch 15 Laufrunden an und es kam mir so vor, als wäre ich schon eine kleine Ewigkeit unterwegs. Die letzten 10 Runden waren, um ganz ehrlich zu sein, ziemlich anstrengend und zerrten an meinen Nerven. Mein Trainer und mein Papa feuerte mich jede Runde an, was mir auch jedes Mal einen kleinen Motivationsschub verpasste, aber am Ende konnten meine Beine einfach nicht mehr schneller. An was ich im Endeffekt alles dachte, kann ich überhaupt nicht mehr sagen. Einfach immer schön weiterlaufen und niemals aufgeben! Aber wie können 10km auf einmal so lange sein? Mit dem letzten Funken Enthusiasmus lief ich die letzten beiden Runden. Nach 36:07 Min überquerte ich die Ziellinie und legte mich erstmal erschöpft und erleichtert auf die Bahn. Ich war Zweitplatzierte in der U23 hinter einer Läuferin vom LC Friedrichshafen geworden und mein Trainer war äußerst stolz auf mich. Obwohl ich eigentlich gerne eine 35 Minuten Zeit gehabt hätte, bin ich ganz zufrieden mit meinem ersten Bahnwettkampf dieser Saison.

Wie geht es nun weiter für dich – bleibst du der Bahn treu oder wechselst du auf die Straße?

Marina: Meine Spikes sind nun eingelaufen und ich freue mich auf die nächsten Bahnwettkämpfe. Das nächste kleine Highlight sind die 5000m Deutschen Meisterschaften am 17. Juni in Leverkusen.

Eine (Grenz-)Erfahrung reicher bin ich jetzt trotzdem und ich würde die 10.000m auch sofort wieder auf der Bahn laufen. Alles hat irgendwie seinen Reiz und meine Zukunft sehe ich sowieso auf den langen Strecken bis hin zum Marathon.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die nächsten Wettkämpfe!

About Volker Haußmann

Volker Haußmann studierte Diplom-Sportwissenschaften an der Technischen Universität München von 1994-1998. Bereits im Studium focusierte er sich auf Lauf- und Bewegungsanalysen, welche auch Bestandteil seiner abschließenden Diplomarbeit waren (kinematischer und elektromyografischer Vergleich von Laufbandlaufen und Laufen auf der Bahn). In verschiedenen sporttherapeutschen Zentren sammelte Volker Haußmann weitere grundlegende Erfahrungen mit Sportverletzungen und Überlastungen v.a. im Bereich der unteren Extremitäten bis er 2001 Münchens erstes Laufschuhfachgeschäft mit Lauf- und Bewegungsanalyse, die lauf_bar, gründete. Heute zählt die Lauf-bar GmbH unter der Geschäftsführung von Volker Haußmann zu den Top Laufsport-Fachgeschäften in Deutschland.


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