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50 Meilen in 4:50:08 Stunden im Carbon X, das ein neuer Weltrekord. Gelaufen von Jim Wamsley in Sacramento. Das sind 80,5 km in einem 3:36er Schnitt. Schnell gelaufen werden kann der neue Hoka One One Carbon X auf jeden Fall. Aber wie verhält er sich an den Füßen normaler Läufer?

Das Obermaterial

Beginnen wir mit dem Obermaterial des Carbon X. Das besteht, im Gegensatz zu den meisten Herstellen, bei denen oft zu mehrlagigem Mesh gegriffen wird, aus einem einlagigen Mesh Material. Die Zehenbox hat eine kleine Struktur ganz vorne, um die Zehen zu “schützen” und für Volumen in der Zehenbox zu sorgen. Platz ist auf jeden Fall auch so da, wie man sich das vorstellt und ich kann schön Klavier spielen mit meinen Zehen. Der Bereich der Schnürung ist mit einem Overlay versehen und die Zunge ist festgenäht. Damit wird ein Verrutschen verhindert. Außerdem sitzen Schuhe mit einem Sockliner, wie der Name schon sagt, sockenartig am Fuß. Das Material des Sockliners ist übrigens sehr schön dünn und luftig. Vor allem die Triathleten unter euch werden sich wohl über das einlagige Obermaterial freuen. Denn es kann sich im Prinzip nicht vollsaugen und so bekommt man keine Probleme, wenn man sich bei heißen Rennen gefühlt literweise Wasser über den Kopf kippt und die Füße feucht werden. Die Fersenkappe des Carbon X ist dann ein klein wenig gepolstert und mit einer Einstiegshilfe versehen. Sie ist generell auch schön flexibel.

Carbon X test 2

Auch beim Kollegen Markus drückt es in seiner normalen Größe den kleinen Zeh leicht raus, wovon aber nichts zu spüren ist.

Ich selbst (breiter Fuß, ihr wisst schon…) brauche den Carbon X eine halbe Nummer größer als sonst. Denn der Carbon X ist zwar auf keinen Fall schmal, aber ich merke, wie der Sockliner meinen kleinen Zeh ganz leicht nach innen drückt. Eine halbe Nummer größer, sitzt der Schuh dann aber sehr gut. Gerade der Mittelfußbereich schmiegt er sich richtig schön an und sitzt so, wie man sich das für einen schnelleren Schuh, der aber auch lange Distanzen mitmachen soll wünscht: man spürt, dass der Schuh da ist, das wars dann aber auch. Wie eine Socke eben. Auch die Fersenkappe, macht einen guten Eindruck und gibt meinem Fuß schön viel Sicherheit ohne zu auffällig zu sein. Dabei ist die Fersenkappe über vernähte Strukturen mit dem oberen Teil der Schnürung verbunden, somit erreicht man bei Hoka trotz der leichten Bauweise viel Halt. Also sitzen tut er schon mal richtig bequem. Jetzt aber zum eigentlichen Grund dieses Beitrags, der Sohlenkonstruktion.

Die Sohle des Carbon X

Für die Dämpfung sorgt klassisch EVA Material. Dabei sind 2/3 des EVA über der Carbonsohle des Carbon X verbaut. Der Rest darunter. Erkennen kann man den Übergang am Farbwechsel von weiß zu blau. Profly X nennt Hoka das dann.

Wie widerstandsfähig die Außensohle ist, wird sich noch zeigen.

Die Carbonplatte selbst, geht dann durch den ganzen Schuh, vom Rück- bis in den Vorfuß. Unter dem Vorfußbereich ist die Platte dann zweigeteilt, um den Carbon X für mehr Läufer laufbar zu machen. Außerdem ist die Platte auf der Außenseite ganz leicht nach oben gezogen. Das ist nicht uninteressant, kann so doch theoretisch eine leichte Supination eingeschränkt werden. Der Abdruck über den Großzeh hat dann (theoretisch) auch eine bessere Laufökonomie zur Folge. Und darum geht es ja schließlich. Außerdem ist die Platte in der Sohle des Carbon X so geformt, dass man beim Abrollen das Gefühl hat, leicht nach vorne zu kippen. Geschenkte Geschwindigkeit also?

Generell würde ich sagen, der Leisten ist etwas breiter als der Durchschnitt. In der Folge kann über den breiten Leisten auch eine gewisse Kompaktheit und Stabilität realisiert werden. Hier allerdings nicht vergessen, dass wir mit dem Carbon X über einen neutralen Wettkampfschuh mit 5mm Sprengung sprechen. Stabilität und Breite sind also auch immer relativ.

Wie läuft sich der Carbon X denn jetzt?

Geil.

Carbon X test 6

Ein Vielfaches von Markus Gewicht lastet auf dem Carbon X

Okay, ein bisschen mehr muss man dann doch dazu sagen: Ich habe eigentlich einen Schuh an, der von Hoka für Ironman-Wettkämpfe und Distanzen jenseits der 42 km empfohlen wird. Davon merkt man aber im ersten Moment nicht wirklich was. Der Carbon X sitzt wie ich schon sagte schön leicht am Fuß und läuft sich auch richtig dynamisch. Der Fußaufsatz (bei mir primär Mittelfuß) ist weich aber nie undefiniert. Man weiß immer was unter den Füßen los ist. In der Standphase gibt mit der Carbon X mehr als ausreichend Stabilität um dann im Abdruck beinahe wie von selbst loszulaufen. Das Gefühl ist nicht so extrem, wie beim Asics Metaride (der aber in eine andere Kategorie fällt), jedoch grundsätzlich ähnlich.

Was ich aber am spannendsten fand, ist, dass das Tempo dem Carbon X ziemlich egal zu sein scheint. Er macht überall Spaß. Egal, ob langsame Dauerlauf Pace, Tempolauf oder Wettkampf Intervalle. Man setzt stets weich auf, hat aber nie das Gefühl zu viel Energie zu verschwenden. Auch im Abdruck, wo man bei gut gedämpften Schuhen schnell das Gefühl bekommt, zu viel Kraft in den Abdruck stecken zu müssen – nichts.

Nicht nur beim Laufen war die Stimmung gut

 

Hoka One One Carbon X Fakten

Sprengung 5mm
Sohlenhöhe 32/27
Gewicht 204g/246g

 

Das Carbon X Test Event

Einige von euch hatten die Chance, den neuen Carbon X schon ausgiebig zu testen. Dazu hatte Hoka One One zu uns in die laufbar geladen. Mit dabei war auch ein Haufen Testschuhe, damit (fast) jeder auch in den Genuss des Laufens mit Carbonplatte kommen konnte. Dazu ging es erst an den Schwabinger Bach. Nach ein bisschen Koordination und Lauf-ABC und einem ersten Reinfühlen in den neuen Schuh haben wir dann eine Runde durch den Englischen Garten gedreht. Hier konnten sich alle Läufer ihre eigene Meinung bilden. Ganz entspannt klang der Abend dann bei ein paar Snacks aus….

Danke an alle die dabei waren!

 

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