Trail Hirschhörnlkopf – zweifaches Gipfelglück in Nachbarschaft von Jachenau und Walchensee

Trail Running Hirschhörnlkopf - Gipfelpanorama

Das Frühjahr zeigt sich von seiner sonnigen Seite. Schon überlegt der ambitionierte Trail Runner, wo man Ende April/ Anfang Mai in den Bayrischen Bergen richtig hinaufgelangt – möglichst ohne Schneekontakt. Wer im Winter eher flache Touren gelaufen ist, mag vielleicht moderat einsteigen: Sagen wir um die 1.000 Höhenmeter und bis 20 Kilometer. Und zusätzlich soll es eine Bahnanbindung geben, um die Umwelt zu schonen. Wir hätten da eine Bombenidee …

Trail Running Sonnenspitz - Hirschhörnlkopf

Lässt tief blicken: Graseck in Richtung Sonnenspitz

Der Kochelsee als Ausgangspunkt ist mit dem Zug erreichbar. Stündlich fährt die DB Regio als Werdenfelsbahn vom Münchner Hauptbahnhof unter anderem nach Kochel. Vom dortigen Bahnhof aus geht es auf kleinen Anwohnerstraßen und idyllischen Wegen durch den bergseitigen Ortsteil direkt zum Laingraben oberhalb des Firmengeländes der Firma Dorst. Zwei Kilometer weniger bietet die Variante vom Wanderparkplatz unterhalb besagten Firmengeländes – entweder vom Bahnhof mit dem Bus 9608 nach Garmisch oder als Freund*In des Individualverkehrs. Hier herrscht Parkscheinpflicht: das Tagesticket für derzeit 6 € zzgl. Kurkarte für 2 €. Der Automat spuckt zwei getrennte Quittungen aus, nimmt auch die EC-Karte und erlaubt alternativ die Bezahlung per Parkster-App.

Vom Parkplatz startet ihr etwas weiter rechts auf dem hangseitigen Forstweg und erreicht kurz darauf die Wegführung, die wir vom Bahnhof aus aufgezeichnet haben. Um es ganz einfach zu machen, gibt es für diesen Tourenbeginn einen alternativen GPS-Track.

Von wo aus ihr auch immer loslauft: Diese Strecke zeichnet sich durch einige überraschende, unauffällige Abzweigungen aus – meist ohne Schild. Lasst euch also nicht von der offensichtlichen Wegführung täuschen und schaut den GPS-Track eurer Wahl vorher bzw. währenddessen gut an.

Beginnen wir mit dem ersten Aufstieg zum Sonnenspitz hoch über Kochel. Der Trail geht es kraftraubend an. Waldig und überwiegend steil windet er sich aufwärts und präsentiert an mehreren Stellen tolle Aussichten vom Kochel- bis zum Starnberger See. Wenn ihr nicht die totalen Cracks seid und darauf achtet, eure Energie einzuteilen, werdet ihr längere Teile der ersten 500 Höhenmeter eher im Gehen nehmen. Haltet euch weiter oben immer links in der Nähe der Hangkante, auch wenn einige Abzweigungen nach rechts in vermeintlich flacheres Gelände locken.

Das erste Gipfelkreuz, dem ihr begegnet, ist noch nicht die Sonnenspitz. Es gehört zum 1.240 m hohen Graseck und beendet die erste Aufstiegsphase. Ab hier solltet ihr Tiefblicke aushalten können, denn der Weiterweg präsentiert sich durchaus rassig und stellenweise deutlich ausgesetzt. Wir haben ein kleines Video von dieser Passage gedreht.

 

Wer will, kann an der beschilderten Abzweigung hinüber zur Sonnenspitz laufen und weitere Aussichten hinunter nach Kochel genießen. Oder ihr folgt gleich den Wegweisern abwärts in Richtung Jachenau. Nach der Bergwaldgrenze stoßt ihr auf offenes Gelände sowie auf das Wirtschaftswegenetz rund um die Kotalm. Am Almgebäude nehmt ihr nicht den beschilderten Aufstieg, sondern den zunächst undeutlichen, etwas weiter oben aber klar erkennbaren Wiesenpfad links den angrenzenden Hang hinauf.

Trail beim Hirschhörnlkopf

Höhenflug: Trail beim Hirschhörnlkopf

Das ist der Auftakt zum zweiten Anstieg. Vor euch liegen gut zwei Kilometer in typisch montaner Bergregion, d. h. lichter Nadelwald und relativ gut laufbarer Grasuntergrund. Auf dem Rücken vor dem Gipfel tut sich links der von der Benediktenwand überragte Kessel der Jachenau auf, rechts hingegen schweift euer Blick über den blau schimmernden Walchensee bis zu den verschneiten Höhen des Karwendel und Wettersteins. Der Blick am großen Holzkreuz ist entsprechend beeindruckend und auf jeden Fall einen Stopp wert. Samstags und sonntags werdet ihr diesen Platz sicher mit vielen anderen Bergsüchtigen teilen. Auf unserem Gipfelfoto haben wir die Leute einfach heraus retuschiert. Spaß! Wir waren an einem Werktag unterwegs ;).

Hinab geht es über den östlichen Bergrücken in Richtung der Bärenhauptalm. Deutlich davor biegt ihr rechts ab und gelangt auf gut laufbaren Bergpfaden wieder zur Kotalm.

Abzweigung Downhill

Vertrackte Abzweigung: Beim Hund bitte links abbiegen.

Der dritte Teil startet mit dem schönen Waldhangpfad in Richtung Jachenauer Talkessel. Ja, das ist ein Umweg. Die kleine Eskapade belohnt allerdings alle, die den ersten Teil der wenig spannenden Forstwegpassage durch weichen Laufuntergrund zwischen beschaulichen Nadel- und Laubbäumen ersetzen wollen. Anschließend ruft für eine Weile doch die Forststraße. Dafür bietet sich das verträumte Holzhaus am Laingraben als idyllischer Rastplatz mit Brunnen an, bevor ihr den gut vier Kilometer langen Weg zurück zum Ortsrand von Kochel antretet. Auch hier ist Aufmerksamkeit gefragt, denn die schönen Wald- und rassigen Hangwege durch den Brandgraben zweigen unmerklich links vom Forstweg ab.

Trail oberhalb des Brandgrabens

Frühlingsgefühle: Trail oberhalb des Brandgrabens

Nun habt ihr hinab bis zum Wasserfall eine fantastische Strecke vor euch – besonders im Frühjahr, wenn das frische, saftige Gras die Bergflanken ziert.

Nach der Überquerung der Brücke am Wasserfall geleitet euch der Lainbach zurück zum Ortsrand. Die Bahnfahrer*Innen folgen dem Schild zum Bahnhof und gelangen auf der Anwohnerstraße „Am Sonnenstein“ zum Ausgangsort. Die Parkplatz-Läufer*Innen folgen noch eine Weile dem Bombenhölzl-Rundweg, überqueren den Lainbach und gelangen über den Pfad in Richtung Urfeld wieder zum Startpunkt.

Ihnen winkt abschließend ein kühles Bad im See gleich neben dem Parkplatz.

Streckenimpressionen

Karte & GPS

Tour Facts

Streckenlänge 19,5 km (vom Bahnhof), 17,6 km (vom Parkplatz)
Höhenmeter ca. 1.000 m rauf/ 1.000 m runter
Charakter Bergpfade, teilweise wurzelig und steil. Eine ausgesetzte Stelle am Graseck. Verhältnismäßig kurze Passagen auf Forstwegen/ Wanderwegen.
Sportlicher Anspruch sehr gute Kondition, für Fortgeschrittene

Wichtig zu wissen …

erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln
natürliche Wasserquelle(n) auf dem Weg
Gastronomie auf dem Weg (Hütte oder Gastwirtschaft)
viel Sonneneinstrahlung
ausgesetzte Stellen, Schwindelfreiheit erforderlich
gute Orientierung erforderlich
längere Gehstrecken
Betretungsverbote auf einzelnen Streckenteilen zu bestimmten Jahreszeiten beachten

Equipment-Empfehlungen

Trailschuhe: https://www.lauf-bar.de/laufschuhe/trail-running-schuhe/

Rucksäcke: https://www.lauf-bar.de/zubehoer/laufrucksack/

Laufbekleidung: https://www.lauf-bar.de/laufbekleidung/

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