Trailrunning Special: La Palma Teil 1 – Cueva de Candelaria und Ruta de los Volcanes

Trailrunning Special: La Palma

Wir blicken über den Alpentellerrand und nutzen einen herrlichen Aufenthalt auf der Kanareninsel La Palma für ein zweiteiliges Trailrunning Special im Laufbar-Blog. Die ersten beiden Routen präsentieren wir hier, die anderen Vorschläge dann Ende 2022.

Duftende Sträucher, riesige Bananenfelder, ein abwechslungsreiches Klima mit gelegentlichen Hitzeschüben, das Glitzern des Atlantiks, spontan aufziehende Nebelfelder und tiefe Wolkenbänder – all das gehört zu den Kanaren wie die typische, ruppige Vulkanlandschaft. Und genau das muss man mögen. Falls ja, ist La Palma für Laufsportler und Wanderer ein echtes Eldorado.

Am 19. September 2021 bricht am Westhang des Cumbre Vieja auf La Palma der neue Vulkan Tajogaite aus und hält die Inselbewohner mehrere Wochen in Atem. Dieses folgenschwere Naturereignis betrifft hauptsächlich die darunter liegenden Ortschaften.

Auf der Vulkanroute

Ruta de los Volcanes – die berühmte Vulkanroute

Im ersten Teil unseres Special stellen wir die berühmte „Vulkanroute“ vor. Mancher wird sich fragen, ob das Gebiet dort nicht teilweise zerstört ist. Der Tajogaite befindet sich auf 1.120 m und damit deutlich unter der Vulkanroute. Will heißen: Das obere Wegenetz ist vollkommen in Takt. Zudem verbindet mittlerweile eine befahrbare Piste den Südteil der Insel mit dem Ort Los Llanos an der Westküste. Mit dem Auto kann man also den bis ans Meer reichenden, erkalteten Lavastrom durchqueren.

Die meisten Wege sind hervorragend angelegt und beschildert. Trotzdem fühlt sich Laufen auf den kanarischen Inseln – insbesondere auf La Palma – aus unserer Sicht anders an als „daheim“. Technisch gesehen sollte man reichlich Trittsicherheit und gut trainierte Fuß- bzw. Beinmuskeln mitbringen. Wenn es nicht gerade auf weichen Waldböden und sandigen Lavafeldern dahin geht, besteht der Untergrund oft aus grobem Gestein und vielen Felsstufen. Trail-Stöcke bieten daher eine sinnvolle Unterstützung und helfen, die erhöhte Belastung der Füße abzumildern.

La Palma: Barrancos

Hunderte von Metern tiefe Felsschluchten bis zum Meer

In Steilküstenregionen und „Barrancos“ (Felsschluchten) geht es zünftig bergauf und bergab, stellenweise mit luftigen Stellen. Hand anlegen ist nur in Ausnahmefällen nötig. Atemberaubende Tiefblicke hinab zum gischtenden Meer oder in ein verlassenes Tal sollte man aber schon aushalten. Sie geben diesen Touren ihre besondere Würze.

Mehr Eindrücke von den jeweiligen Strecken vermitteln wir in den Kurzvideos am Ende der Tourenbeschreibung.

Aktuelle Informationen zum Wegenetz gibt es HIER.

La Palma: Tijarafe – Cueva de Candelaria

Dieser Tourenvorschlag startet im lebendigen Bergort Tijarafe an der Westküste – nicht weit vom Nationalpark Caldera de Taburiente, der das Herz der Insel einnimmt. Die Route ist mit ihren rund 10 km ein typisches „Warm up“ und geeignet, sich beim Laufen zu akklimatisieren und mit den Gegebenheiten anzufreunden.

Los geht’s.

La Palma: Startpunkt Tijarafe

Startpunkt Tijarafe an der Westküste

Ihr verabschiedet euch von den herausgeputzen Häusern in Tijarafe und lauft zunächst über den „Full Moon Trail“ hinab in Richtung des Playa del Jurado. Auch die Cueva de Candelaria ist hier schon ausgeschildert. Der Weg taucht hinter Tijarafe ein erstes Mal durchs obere Ende der bis ans Meer reichenden Schlucht („Barranco del Jurado“), die ihr im weiteren Verlauf in voller Ausdehnung kennenlernen dürft.

Eine exponiert angelegte Bananenplantage markiert den Abschluss des befestigten Untergrundes und entlässt euch auf einen eindrucksvoll angelegten Felssteig. Er führt in den nun tiefen Teil des Barranco del Jurado und hinab zum Meer. Am Fuße der hoch aufragenden Wände liegt ein einsamer Weiler, den man durchqueren kann. Auf der anderen Seite beginnt der Zwischenaufstieg über Treppenstufen und viele Kehren zum gut 150 m höher gelegenen Aussichtspunkt mit Parkplatz. Für uns jedenfalls ist ein Großteil davon Gehstrecke.

Dann folgt ihr der Straße wieder nach unten und stattet der in mancher Wanderliteratur als „Schmugglerbucht“ bezeichneten Cueva de Candelaria einen Besuch ab. Dorthin verschlägt es tagsüber viele Ausflügler. Deshalb empfehlen wir, diese Tour eher gegen Abend einzuplanen.

La Palma: die Schmugglerbucht

Frisches Bad gefällig? Die “Schmugglerbucht”.

Wer will, kann im tiefblauen Wasser ein frisches Bad nehmen. Die Abkühlung könnte helfen, denn der Hauptanstieg zurück nach Tijarafe zieht sich über mehr als 650 Höhenmeter steil nach oben. Die alten Schmuggler haben dabei nicht immer auf einen geschliffenen Untergrund geachtet. Nach unserer Einschätzung ist diese Passage deshalb ein munterer Wechsel aus Laufen und Gehen. Später wird die Strecke dann deutlich flacher. Ihr durchquert einen steppenartigen Vegetationsgürtel und erreicht anschließend das Wege- und Straßennetz von Tijarafe. Zurück im Ausgangsort gibt es mehrere Möglichkeiten, sich in einem der dortigen Lokale zu erholen.

 

Karte & GPS

Tour Facts

Streckenlänge ca. 10,5 km
Höhenmeter 810 m rauf und 810 m runter
Charakter gut angelegte Wandersteige, der Felssteig ist teilweise technisch. Wenige kurze Straßenpassagen.
Sportlicher Anspruch gute Kondition, Trittsicherheit

La Palma: Ruta de los Volcanes

Der beste Downhill Europas – zumindest aus unserer Sicht. Wer einen besseren weiß, kann es uns gerne sagen. Die One Way-Tour von El Pilar zum Faro de Fuencaliente beschert Laufspaß über 2.000 Höhenmeter bergab – mit wenigen Gegenanstiegen und überwiegend auf Lava-Sand. Ihr befindet euch auf der sogenannten Vulkanroute über die Bergkette des Cumbre Vieja mit ihren alten Kratern und Lavakegeln. Der Endpunkt nach rund 24 km markiert gleichzeitig den südlichsten Punkt von La Palma.

La Palma: Ruta de los Volcanes

Beeindruckende Natur: unterwegs auf der Vulkanroute

Die Landschaft ist beeindruckend: Neben schwarzem Gestein, Aschefeldern und staubigen Pisten reihen sich hellgrüne Kiefernwälder, Heidesträucher und Ginsterbüsche. Im Hintergrund das ewige Blau des Himmels und des Meeres. Auch einen Blick auf den neuen Hauptkrater und frischen Lavastrom des Volcán de Tajogaite aus dem Jahr 2021 könnt ihr von hier oben ergattern.

Wer richtig runter will, muss erst mal rund 560 Höhenmeter hinauf. Deshalb geht es zunächst durch dichten Wald vom großen Parkplatz am Rastplatz des Erholungsgebietes El Pilar auf den Gipfel des Birigoyo (1.807 m), der über einen Grat mit dem in etwa gleich hohen Montaña la Barquita verbunden ist. Nach einer kurzen Abwärts-Passage zum Hauptweg GR 131 lauft ihr dann über weite Lavafelder und Zwischenanstiege bis zum höchsten Punkt der Tour, dem Vulkangipfel Deseada auf fast 1.950 m.

La Palma: Blick zum Teide auf Teneriffa

Und über allem “schwebt” in der Ferne der Teide.

Auf dem Weg dorthin könnt ihr bei klarer Sicht im Osten und Südosten die beiden Nachbarinseln Teneriffa und La Gomera ausmachen. Weithin sichtbar überragt der Gipfel des Teide mit seinen 3.715 m die Wolken. Der Blick zurück ist ebenso imposant: Die gesamte Bergkette der Caldera de Taburiente mit dem 2.426 m hohen Roque de los Muchachos bildet den Abschluss nach Norden.

Am Deseada beginnt die Abwärts-Passage. Folgt einfach der Beschilderung zum Faro de Fuencaliente. Während im oberen Teil pures Laufvergnügen auf weicher Lavapiste angesagt ist, verlangen manche Stufe und mancher Stein weiter unten im Wald einen sicheren Tritt.

La Palma: zum Faro de Fuencaliente

Endspurt: auf den letzten 4 km zum Faro de Fuencaliente

Der Weg endet oberhalb von Los Canarios. Ihr durchquert den bunten Ort auf seiner südlich verlaufenden Querstraße, gönnt euch zwischendurch eine Erfrischung in einer der Bars und nehmt das letzte Stück zum Leuchtturm in Angriff.

Hier mischen sich nochmals viele landschaftliche Eindrücke: bizarre Lavafelder, ein Stück auf einem überbauten Wasserweg sowie das Umfeld des 428 m hohen Vulkans Teneguía, der durch einen Ausbruch im Jahr 1971 entstanden ist. Schließlich kommt ihr nach den letzten Kilometern und einer eindrucksvollen Tour am Leuchtturm an.

 

Karte & GPS

Tour Facts

Streckenlänge ca. 24 km
Höhenmeter 560 m rauf und 2.010 m runter
Charakter überwiegend sandige Lavapisten, wenige technische Abschnitte mit ein paar Stufen und Lava-Gestein
Sportlicher Anspruch sehr gute Kondition, Trittsicherheit
Transfer zurück zum Ausgangspunkt per Taxi, Ruf: +34 674 627704

Equipment-Empfehlungen

Trailschuhe: https://www.lauf-bar.de/laufschuhe/trail-running-schuhe/

Rucksäcke: https://www.lauf-bar.de/zubehoer/laufrucksack/

Laufbekleidung: https://www.lauf-bar.de/laufbekleidung/

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