Trailrunning Special: La Palma Teil 2 – Barrancos und Abenteuer-Trails

Trailrunning Special: La Palma

Im Oktober-Trailrunning Special haben wir zwei Strecken auf La Palma präsentiert. Vielleicht plant der ein oder andere, dem Winter hierzulande ein Schnäppchen zu schlagen und den Sommer auf den Kanaren fortzusetzen. Deshalb lösen wir unser Versprechen ein und zeigen euch zwei weitere Möglichkeiten, die fantastische Insel La Palma im Lauf- und Wanderschritt zu erkunden. Übrigens: Wer sich für einen Abstecher zur “Schmugglerbucht” an der Westküste oder die klassische Vulkanroute interessiert, klickt hier.

Zu jeder La Palma-Tour gibt es ein kurzes Video mit vielen Eindrücken von der Strecke. Aktuelle Informationen zum Wegenetz gibt es HIER. Macht euch auf jeden Fall vor Aufbruch schlau.

La Palma: Barrancos-Challenge von La Zarza nach La Tosca

La Palma: die Nordküste

Nordküste und fast gesamte Tour im Blick

Im Norden La Palmas zwischen Santo Domingo und Barlovento haben wir einen One Way ausprobiert, der in Küstennähe durch viele tiefe “Barrancos” (Felsschluchten) führt. Das heißt: Einmal unten auf Meereshöhe angekommen, geht es im Anschluss Hunderte von Höhenmetern hinauf zum nächsten Ort. Da kommen einige Höhenmeter zusammen. Die verhältnismäßig anstrengende Tour entlohnt mit fantastischen Blicken auf den Ozean und mit grandioser Sicht auf den Verlauf der schroffen, steilen Nordküste. Plant genügend Zeit für die rund 23 km ein. Auch, um nach dem Lauf wieder zum Ausgangspunkt zurückzufahren.

Grundsätzlich gibt es in den meisten Orten öffentliche Wasserstellen. Das Wasser ist aufgrund seines seltsamen Nachgeschmacks allerdings nichts für Gourmets oder schwache Mägen. Bars findet man auch, nur sind diese tagsüber oft geschlossen. Unser Rat: Nehmt das Trinkwasser-Management selbst in die Hand – und ausreichend Flüssigkeit mit. Insbesondere an heißen Tag sind unterwegs etwa 2 bis 2,5 Liter das Minimum.

La Palma: Barrancos-Challenge

Da geht es hinunter – und natürlich auch wieder rauf.

Startpunkt ist die archäologische Ausgrabungsstätte La Zarza („Parque Cultural La Zarza“) in der Region Garafia auf 980 m über dem Meer. Dort stellt ihr euer Auto ab und lauft unter der Hauptstraße hindurch auf einem wunderschönen Waldpfad in Richtung der Ortschaft Don Pedro (Schild). Beim Erreichen der Fahrstraße und am Aussichtpunkt („Mirador de Dona Pola“) bekommt ihr einen guten Eindruck vom rund 2.400 m hohen Kraterrand, der die Caldera de Taburiente südlich eures Standpunktes einfasst. An Don Pedro geht es östlich vorbei – bergab auf zunächst noch gut befestigten Wegen. Wenn die Steilküste vor euch liegt, folgt ihr den Schildern der Carmino Real de la Costa nach Barlovento. Der erste Barranco steht auf dem Programm: 200 Höhenmeter auf steinigen Pfaden hinab und auf der anderen Seite etwa 250 Höhenmeter hinauf zum idyllischen Ort El Tablado.

La Palma: laufbare Wege in den BarrancosDer zweite Barranco zwischen El Tablado und Franceses fordert einen längeren Aufstieg zurück auf etwa 470 Höhenmeter. Die Wege sind nach dem ersten Teilanstieg nicht mehr so steil, besser befestigt und durchqueren einige Weiler. Noch sanfter und mit einem Aufstieg von rund 300 Metern präsentiert sich die dritte Felsschlucht. Unten habt ihr die Möglichkeit, den Wanderweg zu verlassen und auf einem etwas versteckten Zugang den Strand zu erreichen. Tipp: Wer den Abstecher wagt, folgt der Trittspur über die linke Felsstufe, wenn der Weg an einer unüberwindbaren Stufe zu enden scheint. Im weiteren Verlauf erleichtert eine kleine Holzleiter den Zugang zum Strand. Allerdings empfehlen wir diesen Seitensprung nur sehr trittsicheren Kolleginnen und Kollegen.

Am oberen Rand des dritten Barranco liegt die Ortschaft Gallegos. Der Wanderweg mündet in eine kleine Fahrstraße. Nach einem kurzen Stück im Ort zweigt die Fortsetzung des Wanderweges links ab. Auch wenn manchem oder mancher das viele Auf und Ab reichen mag: Es geht entlang von duftender Vegetation knapp 100 m in einen vierten Einschnitt und auf der anderen Seite mäßig steil hinauf zum Ort La Palmita.

La Palma: Mirador La Tosca

Am Ziel: Mirador La Tosca. Und damit ein Rückblick auf die Strecke.

Dort reißt ihr die Halbmarathon-Distanz. Das heißt: fast geschafft – nur noch rund zwei Kilometer bis zu eurem Ziel, dem Mirador La Tosca. Auf etwa 440 m Höhe überquert ihr die Durchfahrtsstraße in La Palmita und – bitte jetzt nicht schimpfen – taucht in den letzten Einschnitt dieser Tour ein. Der Aufweg aus diesem mit Farnen und Lorbeerbäumen geschmückten Barranco endet auf der befestigen Betonpiste bei La Tosca und etwas weiter oben am Aussicht- und Endpunkt.

So, und nun alles zurücklaufen … Spaß! Besser ein Taxi rufen (Telefonnummer unten im Infokasten).

Karte & GPS

Tour Facts

Streckenlänge ca. 23,5 km
Höhenmeter 1.200 m rauf und 1.600 m runter
Charakter Mix aus Waldwegen, teilweise gerölligen, steilen Wandersteigen und befestigten Fahrwegen. Kurze Straßenpassagen.
Sportlicher Anspruch sehr gute Kondition, Trittsicherheit.
Transfer Rückweg zum Ausgangspunkt per Taxi, Ruf: +34 922 186069

La Palma: Abenteuer- und Wasser-Trail im Naturpark Las Nieves

Diese Tour richtet sich ausschließlich an Läuferinnen und Läufer, die ein Abenteuer suchen. „Laufen“ wird an vielen Stellen zum „Gehen“ bzw. „Ducken“: einmal auf dem alten, aufgelassenen Waldarbeiterpfad hinauf zur Casa del Monte rund 1.320 m über dem Nordost-Teil der Insel sowie in den 13 (!), über 100 Jahre alten Tunneln entlang des anschließenden Wasserweges. Interessant zu wissen: Dieses Wasser treibt das einzige Wasserkraftwerk der Kanaren an.

La Palma: Naturpark Las Nieves

Am Anfang auf breiten Wegen mit Farn-Begleitung

Eigentlich sind sowohl Aufwärts- als auch Abwärts-Strecke offiziell gesperrt – „temporär“ wie es auf den entsprechenden Warnschildern heißt. Aus unserer Sicht gibt es jedoch keinen Grund, sich mit dem Taxi zum Casa del Monte hinauffahren zu lassen, nur um sich oben auf den Wasserweg zu beschränken. Bis zur Abzweigung des Waldarbeiterpfades nach rund 5,5 km findet ihr einen breiten, problemlos zu laufenden Wanderweg vor. Ihr passiert dabei den ausgeschilderten Abzweiger zu den Quellen Marcos und Cordero – eurem Rückweg.

La Palma: alter Waldarbeiterpfad

Gut hinschauen: abenteuerlicher Pfad zum Casa del Monte

Die Zeit hat ihr Spuren hinterlassen. Der steile, aufgelassene Waldarbeitersteig ist teilweise stark überwuchert und schwer zu erkennen. Etwa auf der Hälfte stoßt ihr auf eine befestigte Canaleta, der ihr nach rechts folgt. Schon bald erkennt man die Fortsetzung des Pfades nach links den Kiefernwald hinauf. Mehr als zwei alte verrostete Schilder mit der Aufschrift „Refugio“ und ein Seil zur Überwindung einer kurzen Felsstufe hat die Zivilisation hier nicht hinterlassen.

Nach dem Waldarbeiterpfad-Abenteuer lauft ihr fast horizontal entlang der offenen Wasserrinne durch 13 unterschiedlich lange Tunnels, die teilweise auch Öffnungen für einen Blick in den atemberaubenden bewaldeten Canyon aufweisen. Der längste Tunnel misst 347 m, eine Taschenlampe bzw. Smartphone mit starkem Licht sind unumgänglich. Im Tunnel Nr. 12 befindet sich das Wasser nicht nur in der Wasserrinne, sondern kommt auch reichlich von oben. Erfrischung garantiert! Die Schöpfer der gesamten Anlage haben einen sehr poetischen Namen für das Streckenstück ersonnen: „Los Túneles que nacen del Agua“ – die Tunnel, die aus dem Wasser geboren werden.

La Palma: Los Túneles que nacen del Agua

Durch 13 Wasser-Tunnel – Dursten muss man hier nicht.

Auf einer gesicherten Treppe erreicht ihr die Quellen und den dazu gehörenden Aussichtspunkt mit Informationstafel. Noch ein letzter, 139 m langer Tunnel – und die (aktuell ebenfalls gesperrte) Abwärtspassage beginnt. Der anfänglich steile, markierte und direkt in die Schlucht eines ausgetrockneten Baches führende Trail fordert reichlich Geschicklichkeit und Vorsicht, ist jedoch aufgrund der vielseitigen, dschungelartigen Umgebung jeden Schritt wert. Das schwierige, etwa 3 km lange Teilstück endet an einem Holzbrückchen. Ab dort ist die Route wieder sehr gut laufbar.

Letztendlich gelangt ihr nach der letzten Brücke über einen tiefen Graben zurück zur Weggabelung, an der ihr auf dem Hinweg bereits vorbeigekommen seid. Ab hier tretet ihr den 4 km langen Endspurt zum Ausgangspunkt an.

Karte & GPS

Tour Facts

Streckenlänge ca. 18 km
Höhenmeter 1.310 m rauf und 1.310 m runter
Charakter viel Waldstrecke mit gut laufbarem Untergrund. Sehr steiler, aufgelassener Waldarbeiterpfad – reine Gehstrecke mit gelegentlichem Einsatz der Hände. Wasserweg durch insgesamt 13 enge Tunnel, im Tunnel Nr. 12 nass. Teile der Abwärts-Strecke durch ein Bachtal mit großen Felsen.
Sportlicher Anspruch sehr gute Kondition, hohe Trittsicherheit. Bereitschaft, längere Strecken zu gehen, Abenteuergeist.

Equipment-Empfehlungen

Trailschuhe: https://www.lauf-bar.de/laufschuhe/trail-running-schuhe/

Rucksäcke: https://www.lauf-bar.de/zubehoer/laufrucksack/

Laufbekleidung: https://www.lauf-bar.de/laufbekleidung/

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