Trail Running-Paradies Jachenau

Trail Running-Paradies Jachenau

Der Ort Jachenau und das gleichnamige Tal sind längst kein Geheimtipp mehr. Angrenzende Gipfel wie Benediktenwand, Rabenkopf und Jochberg ziehen zahlreiche Wanderer und Mountainbiker an – sie alle lieben die Herausforderungen des Voralpenlandes zwischen Kochelsee, Walchensee und Isar.

Auch uns Trail Runnern bietet die Jachenau jede Menge sportliche und landschaftliche Anreize: Idyllische Querpfade und abwechslungsreiche Streckenabschnitte durch weitläufige Wiesenhänge warten darauf, entdeckt zu werden. Unsere Tour ist von Frühling bis spät in den Herbst machbar und mit einer Länge von rund 24 km und 850 m Gesamthöhendifferenz durchaus anspruchsvoll.

Anreise und Parkmöglichkeiten

Falls ihr mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren möchtet, beachtet bitte, dass der Bus 395 von Lenggries an Wochenendtagen nur zweimal täglich verkehrt. Das schränkt die Anfahrtsmöglichkeiten erheblich ein (mehr Infos).

Eine Anreise mit dem Auto könnte praktischer sein. Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Die Parkplätze vor dem Jachenauer Rathaus und am Schützenhaus sind begrenzt und schnell belegt. Ein kleiner Trost: Bei unserem letzten Ausflug waren die Elektroladestationen vor dem Rathaus frei. Während des Ladevorgangs kann man hier kostenfrei stehen, ansonsten beträgt die Tagesgebühr 5 €.

Hinein in die Jachenauer Bergwelt zur Achselsteinhütte

Ab in die Bergwelt der Jachenau

Auf geht’s in die Jachenauer Bergwelt

Seid ihr erst mal dort, wird euch der Laufgenuss von Anfang an fesseln. Schon beim Warmlaufen merkt ihr, dass sich die Reise gelohnt hat. Ihr verlasst den Ort entlang der Staatsstraße, auf der ihr hergefahren seid. Nach knapp 500 Metern biegt ihr links auf einen breiten, ausgeschilderten Wanderweg in Richtung Benediktenwand/Rabenkopf ab. Der Weg steigt sanft an und führt an einer kleinen, steinernen Hütte vorbei in die Weiten der Jachenauer Wiesen und Wälder.

Nach einer Abwärtspassage folgt ihr im Wald zunächst den Schildern zur Benediktenwand, verlasst aber an der nächsten Gabelung die „offiziellen“ Wanderrouten und haltet euch rechts. Ab hier werdet ihr zunehmend Einsamkeit genießen. Der Forstweg steigt nun steiler an bis zur nächsten Gabelung. Bleibt links, um der schmaleren, noch steileren Spur zu folgen. Der bzw. die ein oder andere mag dort Gehtempo bevorzugen.

Hinter einer deutlichen Linkskurve öffnen sich erste Ausblicke auf das Bergpanorama südlich der Jachenau. Vor euch baut sich der felsigen Ausläufer des Kienstein (1.101 m) auf. Etwa 30 Meter nach der nächsten, deutlichen Rechtskurve beginnt ein schmaler Waldpfad. Der Einstieg ist leicht zu übersehen, schaut euch das Streckenbild gut an (den Trail-Stock haben wir wieder mitgenommen ;)).

Dieser Pfad zieht sich links mäßig steil den Hang hinauf. Nach etwa 600 Metern erreicht ihr die putzige Achselsteinhütte (1.120 m) mit herrlichem Ausblick ins Werdenfelser Land.

Aufwärts ins Almgebiet rund um Labelskopf und Latschenkopf

Ab der Achselsteinhütte lichtet sich der Bergwald.

Ab der Achselsteinhütte lichtet sich der Bergwald.

Ab der Achselsteinhütte lichtet sich der Wald, und ihr betretet die grasigen Hangpfade hinauf ins Almgebiet der Laich Alpe. Dieser Abschnitt ist gut laufbar, die Wege sind weder zu steil noch zu technisch. Entlang eines namenlosen Baches und über einen etwas steileren Grashügel erreicht ihr das Almgebäude auf 1.278 Metern.

Hinter dem Haus zieht der Pfad etwas undeutlich den angrenzenden Hang hinauf und mündet nach kurzer Zeit in einen querenden Bergweg, der entlang sanft abfallender Wiesen zu einem Wassersilo führt. Von dort geht es weiter hinauf und über eine Weide zum Gebäude der Laichhansen-Alpe auf 1.368 Metern. Sie liegt unweit des Labelskopf-Gipfels (1.406 m).

Blick auf die Lenggrieser Berge

Blick auf die Lenggrieser Berge

Anstatt zum Gipfel zu laufen, folgt ihr dem absteigenden Fahrweg in die entgegengesetzte Richtung. Ihr passiert zwei verwachsene Waldwege auf der rechten Seite und stoßt auf einen Forstweg, der scharf links an Höhe gewinnt. Am kleinen Sitzbänkchen etwas weiter oben könnt ihr eine kurze Pause einlegen und den Blick auf die Berge bei Lenggries genießen.

Vom Sattel des Weges habt ihr eine beeindruckende Sicht auf die Benediktenwand, die den Jachenauer Kessel nach Norden begrenzt. Wenige Meter nach dem Sattel zweigt links ein schmaler, höhehaltender Pfad ab. Auf diesem lauft ihr unterhalb des Latschenkopfes (1.487 m) vorbei und umrundet die unter euch liegende Erbhofer Alm.

Der nächste Streckenabschnitt ist wegetechnisch etwas spannender, denn ihr quert steile Wiesenhänge über kleine Felsstufen und Bachreißen. Dieser Abschnitt endet schließlich im anschließenden Waldstück mit einer Diensthütte.

Von den weiten Wiesen der Tanneralm zur Staffelalm

Ihr lauft auf dem verwachsenen Waldweg nördlich weiter und erreicht nach einem steinigen Abstiegspfad die Sohle des Jachenauer Kessels. Direkt vor euch überragt der Felskamm der Benediktenwand die sanften, weiten Wiesenhänge. In der Sohle nehmt ihr den Forstweg nach links und gelangt so wieder aufwärts zum Gebiet der Tanneralm.

Anmutige Waldwege auf dem Weg zur Staffelalm

Anmutige Waldwege auf dem Weg zur Staffelalm

Am Rand der weitflächigen Wiese findet ihr Schilder, die zum Höhenweg bzw. zur Tutzinger Hütte weisen. Der anschließende, gut laufbare Pfad quert offene Hänge und Waldabschnitte, bis er an einer breiten Fahrstraße endet.

Hier lauft ihr nach links weiter, möglicherweise gemeinsam mit anderen ambitionierten Bergsportlern. Diese etwas staubige, breite Straße begleitet euch für etwa 1,2 km. Gute Gespräche und die Vorfreude auf eine über 3 km lange Passage hinüber zur Staffelalm machen diesen Streckenteil angenehmer.

Dann zweigt endlich die beschilderte Fortsetzung des Höhenpfades zur Staffelalm ab. Der Weg bietet Panoramablicke, knorrige Wälder und ein paar harmlose Felsabhänge. An der Abzweigung zum Rabenkopf (1.555 m) mit großem Holzkreuz orientiert ihr euch geradeaus, umlauft den Bergstock im Großen und Ganzen höhehaltend und erreicht nach einer weiten Kurve um die Ostflanke die zumeist bewirtschaftete Staffelalm (1.320 m).

Abstieg entlang der Rappinlaine und Schluchterlebnis

Badebelohnung auf dem Weg zur Rappinschlucht

Badebelohnung

Die Rappinlaine ist der Gebirgsbach, der euch während des gesamten Downhills begleitet, später durch eine malerische Schlucht fließt und dann in die Große Laine, den Heimatfluss der Jachenau, mündet.

Der Abstieg beginnt hinter dem Stadl der Staffelalm und ist nach Kochel ausgeschildert. Relativ steil und über viele Treppenstufen geht es zunächst hinab zur kleinen Brücke über den Bach. Danach windet sich der Pfad zu einer großen Wiese, die zur Kocheler Alm gehört.

Passiert die kleinere Bergwachthütte und haltet geradeaus auf den Waldrand zu. Der Trail bleibt immer in Bachnähe und führt nach einigen Serpentinen etwa 150 m tiefer zu einem Wasserfall mit Badegumpe. Also: Wem es zu heiß ist, kann dort geholfen werden.

Im Anschluss durchquert ihr das malerische Gebiet der Rappinalm. Ein paar Mal geht es dabei auch über den Bach selbst hinweg, bis ihr euch im Kernstück des Abstieges, der Rappinschlucht, wiederfindet. Der Trail schmiegt sich hier eng an die Felswand, Tiefblicke solltet ihr aushalten können. Das Abenteuer endet mit der Stahlbrücke über die Große Laine und am Forstweg parallel zum Fluss.

Rückweg nach Jachenau

Endspurt zum Ort Jachenau

Endspurt zum Ort Jachenau

Dem Forstweg folgt ihr etwa einen Kilometer bis zur nächsten Rechtsabzweigung mit Schild nach Jachenau Dorf. Nun bleibt ihr weiterhin in Wassernähe und genießt auf den letzten drei Kilometern einen abwechslungsreichen Wanderweg durch Wald, über Eisenstege und hinaus auf sanfte Wiesen.

Haltet euch einfach an die Beschilderung und biegt am Waldrand bei einer Sitzbank nach links ab (Schilder). Der Hauptweg war bei unserem Besuch ohnehin durch einen Viehdraht abgesperrt, es geht also nur links entlang des Waldes weiter. Nach etwa 1,5 km Wanderweg parallel zur Großen Laine endet der Trail auf dem Parkplatz am Schützenhaus.

Streckenimpressionen

Karten & GPS

Tour Facts

Streckenlänge knapp 24 km
Höhenmeter ca. 800 m
Charakter neben breiten Wegen viele Hangquerungen und Waldpfade, einige steile und steinige Stellen. In der Rappinschlucht Schwindelfreiheit erforderlich. Das meiste ist problemlos zu laufen.
Sportlicher Anspruch sehr gute Kondition, für Fortgeschrittene.

Wichtig zu wissen …

erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln
natürliche Wasserquelle(n) auf dem Weg
Gastronomie auf dem Weg (Hütte oder Gastwirtschaft)
viel Sonneneinstrahlung
Schwindelfreiheit erforderlich
gute Orientierung erforderlich
kurze Gehstrecken
Betretungsverbote auf einzelnen Streckenteilen zu bestimmten Jahreszeiten beachten

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Equipment-Empfehlungen

Trailschuhe: https://www.lauf-bar.de/laufschuhe/trail-running-schuhe/

Rucksäcke: https://www.lauf-bar.de/zubehoer/laufrucksack/

Laufbekleidung: https://www.lauf-bar.de/laufbekleidung/

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